Chronik

1960 wurde in Benningen mit 17 Mitgliedern der »Ländliche Reit- und Fahrverein Memmingen« gegründet.

1961 Im Januar fand die erste Generalversammlung statt.  Reitzentrum wurde Gut Westerhart. Neuer Mitgliederstand im September: 34. In diesem Jahr wurde das erste Reitturnier, zusammen mit dem Reitverein Babenhausen, im Memminger Stadion erfolgreich ausgerichtet.

1962 nahmen die Reiterinnen und Reiter schon an 6 auswärtigen Turnieren und am Standartenwettkampf teil. Beim ersten gemeinsamen Vereins-Ausritt machten sich 29 ReiterInnen sowie eine Kutsche auf den Weg durch Wald und Flur.

1963 erfolgte im März die Eintragung ins Vereinsregister bei gleichzeitiger Namensänderung in »Reit- und Fahrverein Memmingen e.V.« Im Juni wurde der Verein Mitglied des BLSV (Bay. Landessportverband).

Durch den Beitritt von Tobias Honold mit Kindern entwickelte sich der neue Standort des Vereins: der Honold-Hof,  am Oberen Eschhaldenweg in Memmingen.

1964 Bei der Jahreshauptversammlung im Januar war die Mitgliederzahl auf 59 gewachsen. Die reiterlichen Aktivitäten fanden aber überwiegend an den einzelnen Standorten der Pferde statt. Hier vor allem im Gut Westerhart, wo die Reiter dem Besitzer und Gründungsmitglied Gustav Adolf Grube immer willkommen waren.

1965 Die Beteiligung der Vereins-Mitglieder und ihren Pferden an reitsportlichen Veranstaltungen wurden immer stärker angenommen. Jahresergebnis: 47 Platzierungen. Bei der Mitgliederversammlung stand der Ankauf einer Holztrockenhalle als vereinseigene Reithalle für 3.000 DM auf dem Programm. Der Kauf wurde mit nur 3 Gegenstimmen beschlossen. Für die notwendige Finanzierung spendeten 18 Mitglieder je 100 DM. Durch den unermüdlichen Arbeitseinsatz der Vereinsmitglieder konnte die Halle relativ rasch aufgebaut werden.

1966 wurde der Hallenbau dann vollendet und das Gelände ringsherum gestaltet. Der Verein zählte nun schon 89 Mitglieder, die 26 Pferde in den Stallungen hatten.  Zur Förderung des Nachwuchses und zum Training der Aktiven stand jetzt ein Ausbilder zur Verfügung. Sportlicher Abschluss war die Vereins-Fuchsjagd im Oktober.

1968 konnte der erste Vorsitzende bei der Jahreshauptversammlung einen Mitgliederstand von 106 verkünden. Die Reitanlage am Oberen Eschhalden  Weg sollte erweitert werden. Ab Frühjahr wurde zuerst ein zweiter Stall gebaut bzw. ausgebaut. Angrenzend ein kleiner Aufenthaltsraum, eine Sattelkammer und eine Toilette. Die Flächen für den Springgarten und das Dressurviereck wurden langfristig angepachtet. Wieder wurden Arbeitskraft und Geldbeutel der Mitglieder strapaziert und so die zum damaligen Zeitpunkt schönste Außenanlage aller schwäbischen Reitvereine (mit Naturhindernissen) angelegt.

1972 auf Wunsch der Vorstandsmitglieder wurde bei der Wahl die Vorstandschaft verjüngt, u.a. mit Heinz Honold als Sport- und Anlagenwart. Für die »Sportler« unter den Reitern wurde im Fünfkampf außer den Reit-Prüfungen in Dressur und Springen auch Schießen, Schwimmen, Radfahren und 1000-m-Lauf angeboten.

1975 Anlässlich der Generalversammlung wurde die 7. Vorstandschaft gewählt mit u.a. Heinz Honold zum Vorsitzenden, Georg Gäble (Schriftführer), Fritz Honold (Jugendwart) und Tobias Honold jun. (Gerätewart). Heinz Honold war mit 20 Jahren der jüngste Vereinsvorsitzende aller schwäbischen Reitvereine. Der neue Jugendwart Fritz Honold gründete die erste Voltigiergruppe mit 10 jugendlichen Reitsportlern.

1976 Hinter der Reithalle mussten zwei Sickerschächte gegraben werden, um das Wasser vom Hallendach aufzufangen und abzuleiten. Im Reitsport machte die Voltigiergruppe Fortschritte und konnte bei der Schwäb. Meisterschaft einen vierten Platz belegen. Am Ende des Jahres Erster von 10 Gruppen.

1977 Im Vorfeld des Reitturniers wurde um den Parcours ein Rohrzaun gebaut. Im Juni startete dann im Rahmen des Turniers das erste »Memminger Nachtspringen«, das – wie auch in den folgenden Jahren – beim Publikum viel Anklang fand. Im Oktober erfolgte die Standarten-Weihe. Nach dem Feldgottesdienst begann ein Umzug durch die Straßen der Stadt, an dem 24 Reitvereine mit ca. 200 Pferden, einem Sechserzug, mehrere Zwei- und Vierspänner sowie 3 Musikkapellen teilnahmen.

1978 Neuer Mitgliederstand: 275. Bei der Wahl wurde Michael Roese neuer Ausritt-Beauftragter. Es erfolgte der Bau des »Reiterstübles« an der Südwand der Reithalle. Beim Reitturnier waren die Schwäb. Meisterschaft der Vierspänner und das Nachtspringen die Höhepunkte.

1980 Erstes Memminger Voltigierturnier, bei dem die Memminger Gruppe I unter Leitung von Fritz Honold den ersten Platz der C-Gruppen und die Gruppe II mit Longenführerin Regina Wassermann den zweiten Platz bei den Nachwuchsgruppen belegten. Im Juli großer Einsatz von Ross und Reiter als Gruppe der Kroaten (Foto nächste Seite) beim »Einzug Wallensteins«, dem Lagerleben, den Reiterspielen und den Festumzügen. Das große 20jährige Jubiläums-Reitturnier wurde durch ein Feuerwerk gekrönt.

1985 Das Jahr des 25jährigen Jubiläums! Gefeiert wurde mit einem großen Festabend in der Memminger Stadthalle. Der Abend wurde zusammen mit dem Kreis-Reiterverband Unterallgäu gestaltet, wobei die erfolgreichsten Reiter, Fahrer und Voltigierer geehrt wurden. In einer zehnminütigen modernen Tanz-Gestaltung zeigten 22 Kinder und Jugendliche unseres Vereins den Tagesablauf und die Arbeit mit den Pferden auf einem Reiterhof.

1988 Der Mitgliederstand war auf 209 leicht zurückgegangen. Die Zahl der Pferde hatte sich auf 110 gesteigert. Der Stall-Eigner Fritz Honold baute eine große Reithalle mit Turnier-Maßen, die fortan auch dem Verein bei besonderen Veranstaltungen zur Verfügung stand. Der Reiterball im Rössle in Dickenreishausen wurde immer beliebter. Die Tombola war jetzt bestens ausgestattet. Hauptpreis in diesem Jahr ein Damen-Sportrad.

1990 Der Verein feierte sein 30jähriges Jubiläum mit einem Mitgliederzuwachs auf 254. Der Pferdebestand stieg auf 115 an. Im März wurde ein neues Vereinspferd gekauft. Absoluter Höhepunkt war das große Jubiläumsturnier bei dem sich – neben großen Gewinnsummen – die Springerelite ein Stelldichein gab. Auch Ludger Beerbaum war mit seinen Pferden am Start. Als Parcours-Designer hatte der damalige Gerätewart Hans Wassermann hunderte Stunden seiner Freizeit geopfert, um den Hindernispark zu erweitern und wunderschöne Seitenfänge zu bauen. Als Rohr-Künstler konstruierte er für den Eingang Schwingtore und in der Erde versteckte er meterlange Rohre, in die beim Turnier Licht- und Fahnenmasten gesteckt werden konnten. Auch die Hallenbande wurde später von ihm neu angelegt. Noch heute trägt die gesamte Anlage die Handschrift von Hans Wassermann! Der 2-Tagesausritt ging an einem sonnigen Wochenende nach Steinental, wo bei Grill und zünftiger Stimmung der Abend wieder sehr lang wurde! Ganz besonders schön war die Weihnachtsfeier im Stüble mit einem Weihnachtskonzert und weiteren Vorträgen unserer Vereinsjugend.

1992 Das jahrelang gewohnte Interesse am Faschings-Reiterball begann – infolge steigender Zahl sonstiger Faschingsveranstaltungen – erstmal zu stagnieren. Dagegen wurden die Reit- und Voltigierturniere immer besser angenommen und ausgestattet. Das Voltigier-Team Regina Wassermann (Ausbilderin), Alexander Hartl (Einzelvoltigierer) und Lorbas (Pferd) errang beim Weltcup in Dornbirn die Goldmedaille und nahm auch an der Weltmeisterschaft in Heilbronn teil.

1993 Im März verstarb unser Gründungsmitglied, langjähriger Vereinsvorsitzender und Ehrenmitglied Ludwig Waltl. Unsere aktiven Sportler brachten viele Platzierungen heim: Die Voltigierer der inzwischen drei Gruppen arbeiteten sich von Turnier zu Turnier weiter in Richtung Meisterschaften. Der absolute Spitzen-Reiter bei den Springreitern wurde der 14jährige Benjamin Honold mit insgesamt 70 Platzierungen, darunter 10 gewonnene M-Springen. Er startete u.a. beim Int. Reit-Turnier in Straßburg, war beim Int. Turnier in Homberg bester Bay. Springreiter und hat an den Deutschen Meisterschaften in Berlin teilgenommen. Seine Erfolge brachten ihm die Nominierung in den Bayern-Kader. Leider musste die Weihnachtsfeier im Reiterstüble wegen zu geringer Beteiligung abgesagt werden. Die Zeit mit Freizeit-Stress begann!

1995 Mitglieder-Rückgang auf 286. Die Senioren-Brüder Heinz und Fritz Honold erhielten eine Ehrung für 20 Jahre Reit-, Ausbildungs- und Organisations-Verdienste. Die Erfolgs-Serie der Junior-Brüder Benjamin und Constantin setzte sich fort. Bei der Deutschen Meisterschaft in Balve belegte Benjamin mit Caletta den 2. Platz und erreichte als einziger bayerischer Teilnehmer das Finale. Auch die Voltigier-Gruppen und Einzel-Voltigierer stiegen in ihren Leistungsklassen auf und brachten zahlreiche Siege und auch den Meistertitel mit nach Hause (Foto unten mit Pferd Pedro).

1996 Vorstand Heinz Honold erhielt vom Bay. Ministerpräsidenten für jahrzehntelangen Einsatz im Ehrenamt das Ehrenzeichen (Foto von links: OB Holzinger, Heinz Honold, Viktoria und Heinz Wehnl, Fritz Such). In der Reithalle erfolgte die Erneuerung der hinteren Hallenwand einschließlich Fundament, der Boden wurde komplett mit Kunststoffplatten belegt und dann mit Sand aufgefüllt. Nach dem erfolgreich verlaufenen Turnier forderten die Wallenstein-Spiele  von ReiterInnen und Voltigierern  vollen Einsatz: An beiden Umzügen nahmen vom Verein teil: 25 Magyaren (später Kroaten), 24 Voltigierer und 5 Edeldamen, alle in stilgerechten Kostümen, die Edeldamen im Damensattel mit wunderschönen Reitkleidern. Hinzu kamen noch Pferdeknechte und Mägde, die sich auch um das leibliche Wohl von Ross und Reiter kümmerten. Bei den sportlichen Platzierungen, die in allen Bereichen wieder zahlreich waren, fielen besonders die Erfolge von Georg Eggart im Gespann-Fahren  Dressur- und Hindernis (zwei- und vierspännige) ins Gewicht.

1997 Ein ereignisreiches Jahr! Zum Saison-Auftakt fand das 3.Hallen-Reit- und Springturnier statt, bei dem vor allem der 14jährige Constantin Honold beim L-Springen mit seinen drei Pferden gegen sich selbst um den Sieg ritt. Ergebnis: Erster mit Armanda und Zweiter mit Hermanns Ass in der ersten Abteilung und ebenfalls Zweiter mit Latimer in der zweiten Abteilung, die allerdings sein Bruder Benjamin mit Caletta gewann. Im Juni wurde Memmingen zu einer Voltigierhochburg. 28 Gruppen folgten der Einladung des Vereins. Das zweitägige Programm war bestens organisiert und garantierte einen planmäßigen Ablauf. Krönung für die Gruppe I: Beste in Schwaben und somit Schwäbischer Meister. Der Höhepunkt der gesamten Vereinsgeschichte war dann der Gewinn zweier Meistertitel durch Benjamin Honold: Mit seiner Stute Caletta erkämpfte er sich in Soltau den Deutschen Meistertitel der Junioren und im September gewann er zusammen mit der Deutschen Juniorenmannschaft die Junioren-Mannschafts-Europameisterschaft in Belgien.

1998 Goldene Saison für unsere Aktiven! Constantin Honold (16) wird Bay. Jugendmeister der Springreiter, Benjamin Honold (18) gewinnt u.a. den Preis der Besten. Unsere Voltigierer werden zum vierten Mal in fünf Jahren Schwäb. Meister. Die beschlossenen Sanierungsmaßnahmen an Sandplatz und Parcours konnten beginnen. Im Sandplatz wurden jetzt auch 5000 Kunststoffplatten ausgelegt und mit 3 Containern Sandgemisch beschichtet. Für unsere Vereinsmitglieder rund 700 Stunden Freizeitgestaltung! Parallel hierzu wurde der Parcours umgebaut: Der Wall kam weg und Pulvermanns Grab eingeebnet. Einige altersschwache Bäume mussten gefällt werden. Im November bekam die langjährige Voltigier-Ausbilderin Regina Wassermann in Riem das Jugend-Verbands-Ehrenzeichen in Gold des Bay. Landes-Sport-Verbandes.

1999 Der 20jährige Benjamin Honold wird für seine Verdienste mit dem Deutschen Reiterabzeichen in Gold geehrt. Die Voltigierer gewinnen erneut die Meisterschaft und außerdem den Schwäb. Voltigierpokal.

2000 Im Milleniums-Jahr feierte der Verein sein 40-jähriges Bestehen auf unkonventionelle Art: keine offizielle Feierstunde, sondern ein fröhliches Fest. Daran beteiligten sich viele Reiter, Voltigierer, Eltern, Freunde und Helfer auch aktiv. Die einzelnen Gruppen präsentierten sich im Schauprogramm mit fantasievollen Vorführungen. Der Breitensporttag Voltigieren wurde weiter durchgeführt. Ebenso die Wallenstein-Spiele und Fuchsjagd. Beide unter ungünstigen Wetterbedingungen.